Tierethik in verschiedenen Fächern

Typischerweise wird von Eltern die Berechtigung in Frage gestellt, tierethische Themen in Unterrichtskontexten außerhalb der Fächer Ethik und Philosophie zu behandeln. Solcherlei Vorwürfe entbehren jeglicher Berechtigung, nicht nur, weil sich etliche Fächer allererst vor dem Hintergrund lebensweltlicher Bezüge sinnvoll unterrichten lassen. Auch erweist sich Verwirklichung fachübergreifender Bildungsideale gerade und ausdrücklich in der verbindenden Überschreitung von Fachgrenzen. Einige Impulse seien im Folgenden angeführt:

  • Die Mathematik bezieht sich regelmäßig auf lebensweltliche Beispiele. In Geometrie bietet es sich bspw. an, den prozentualen Flächenunterschied zwischen verschiedenen Haltungsstufen zu berechnen und dabei die tatsächlich interessenbezogenen Unterschiede zu reflektieren.
  • Der Deutschunterricht beschäftigt sich grundsätzlich mit Sprache in jeglicher medialen Darstellung und ist somit IMMER inhaltsgebunden. Sprich, jeder behandelte Text thematisiert einen Gegenstand. Bei literarischen Texten betrifft dies im Grunde immer ethische Themen. Bei der Auswahl von Lektüren spricht also nichts dagegen, auch Geschichten mit tierethischen Inhalten zu behandeln. Ebenso erlauben selbstverständlich Sachtextanalysen die Untersuchung von Texten entsprechenden Inhalts, so zum Beispiel von Außendarstellungen von Schlachthöfen. Das Fach Deutsch und natürlich auch andere sprachliche Fächer sind derart umfangreich, dass die Möglichkeiten, tierethische Inhalte zu behandeln, schier unerschöpflich sind. Allein Themen wie „Diskutieren, Stellung nehmen, Erörtern, Debattieren“ benötigen eben einen Gegenstand, woran sie sich vollzogen werden können.
  • Grundsätzlich kann in allen MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) eine kritische Reflexion einer rein instrumentellen Vernunft erfolgen, welche auf rein technische Problemlösung beschränkt bleibt und darüber möglicherweise ethisch problematische Bezüge außer Acht lässt. Sehr gut lässt sich dies z. B. anhand des Phänomens der CO2-Betäubungsanlage von Schweinen mit dem Titel Backloader G3 ReLAX oder anhand der Stellenangebote etwa des Schlachtbetriebs Brand Qualitätsfleisch reflektieren. Wollen wir wirklich Elektriker, Mechaniker, Mechatroniker, Berufskraftfahrer, Rangierer etc. ohne selbstkritische Reflexion bezüglich der Auswirkung ihrer Tätigkeit? Dies kann gut vor dem historischen Hintergrund der Technischen Universität zu Berlin reflektiert werden: „[Der] 1948 gegründete „Ausschuß für die neue Studienordnung und den Aufbau der neuen Fakultät“ erarbeitete für das Wintersemester 1948/49 eine Studienordnung, die für alle Studenten technikwissenschaftlicher Fachrichtungen den Besuch einiger „humanistischer“ Lehrveranstaltungen zur Pflicht erklärte […]„.

 

 

Bist du selbst vegan lebende Fachkraft für Bildung, Erziehung und Pädagogik?

Dann möchte ich dich einladen, unserem veganen Lehrerzimmer (Whatsapp-Gruppe) beizutreten. Dort tauschen wir uns aus und unterstützen uns gegenseitig. Wir haben auch die Möglichkeit für Videokonferenzen.

Bedingung: Du lebst vegan und bist Fachkraft für Bildung, Erziehung oder Pädagogik (auch wenn du dich noch im Studium bzw. in der Ausbildung befindest, bist du willkommen!) und arbeitest in einer Bildungs- oder Erziehungseinrichtung.

Dann schreibe mir gern über das Kontaktformular oder über eines der sozialen Medien.

    Ich habe mich heute erstmalig getraut dem Lehrerrat mitzuteilen, dass bei Kollegiumsabenden immer Steakrestaurants und co. ausgewählt werden und Veganer mehr berücksichtigt werden sollten. Dazu hat mich unter anderem die Gruppe hier motiviert, danke euch 😊 VT

    Olivia

    Ich bin im veganen Lehrerzimmer aktiv, weil ich davon überzeugt bin, dass Bildung auch Verantwortung bedeutet – für Tiere, Umwelt und unsere gemeinsame Zukunft. Der Austausch dort ist für mich unglaublich bereichernd: fachlich fundiert, praxisnah und getragen von Menschen, die ähnliche Werte leben und in den Schulalltag integrieren.

    Auch in rechtlichen Fragen erhalte ich dort hervorragende und kompetente Unterstützung, die mir im schulischen Alltag zusätzliche Sicherheit gibt.

    Gerade durch meine Arbeit bei „Schüler für Tiere“ erlebe ich täglich, wie wichtig Aufklärung, Empathie und konkretes Handeln sind. Das vegane Lehrerzimmer gibt mir dafür neue Impulse, stärkt mich im Tun – und zeigt, dass wir gemeinsam deutlich mehr bewegen können.

    Sabine Luppert

    Schüler für Tiere

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