Rechtfertigung aus Lehrplänen
Das deutsche Schulsystem hat grundsätzlich die Aufgabe, Heranwachsende in ihrer Entwicklung zu aufgeklärten, mündigen und somit demokratiefähigen Bürgerinnen und Bürgern zu begleiten und zu unterstützen.
Jedes Bundesland hat eigene Lehrpläne, mitunter unterscheiden sich auch manche Fächerbezeichnungen, weswegen es müßig wäre, hier konkrete Bezüge aufzuzeigen.
Grundsätzlich empfehle ich Recherche nach Vokabular wie „kritisch, selbstkritisch, reflektieren, Gerechtigkeit, Handlungskompetenz, empathisch, argumentieren, aufgeklärt, fachübergreifend, fächerverbindend, Experte, Tiere, Autonomie, Identität, Subjekt, Welt, Freiheit, Natur, Mensch, Urteilsfähigkeit, Wahrnehmen, Analysieren, Sich-Orientieren, Handeln, Toleranz, Gedankengänge nachvollziehen, vernunftgeleitet, Entscheidungsspielräume, Sprache und Sprachgebrauch reflektieren, sich mit Texten und Medien auseinandersetzen …„. Die Liste ließe sich noch sehr weit fortsetzen.
Aus den in den Lehrplänen formulierten Bildungszielen lässt sich ohne Weiteres eine kritische Reflexion des Umgangs mit Tieren in verschiedenen Unterrichtskontexten rechtfertigen.
Schulleitbilder
In Schulleitbildern ist ein von jeweiligen Schulgemeinden erarbeitetes Selbstverständnis konzise formuliert. Obwohl jede Schule ihr eigenes Leitbild erarbeitet, kann man doch beobachten, dass im Kern die Grundwerte der Aufklärung und des freiheitlich-demokratischen Zusammenlebens enthalten sind, nicht selten wird auch eine Identität mit der europäischen Idee hervorgehoben, so z. B. im Leitbild meiner Stammschule, der Rheingauschule Geisenheim: „Wir sind offen für die Welt und sehen uns europäischen Werten, dem Frieden, der Demokratie und den Ideen der Aufklärung verpflichtet.„
Im Leitbild der Helene-Lange-Schule Wiesbaden werden zudem „das Streben nach Gerechtigkeit und Solidarität„, die Auffassung von Unterricht als „fachwissenschaftliche Vermittlung“ sowie eine „aktive Friedenserziehung“ hervorgehoben.
Zuletzt sei noch der erste Satz aus dem Leitbild des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums Berlin angeführt: „Wir legen den Fokus auf einen zukunftsorientierten, wissenschaftsbasierten Unterricht, der an die Lebenswelt und Erfahrungen der Schüler*innen anknüpft und sie in ihrer persönlichen Entwicklung fördert.„
Abgesehen vom Leitbild der Rheingauschule habe ich völlig willkürlich nach Leitbildern von Gymnasien Ausschau gehalten. Dabei habe ich keines als „für meine Zwecke ungeeignet“ verworfen. Als Fazit ist ersichtlich, dass aus allen Leitbildern auch eine kritische Reflexion des Umgangs mit nicht menschlichen Tieren abzuleiten ist, sofern man sie in ihren Aussagen ernst nimmt.
Bist du selbst vegan lebende Fachkraft für Bildung, Erziehung und Pädagogik?
Dann möchte ich dich einladen, unserem veganen Lehrerzimmer (Whatsapp-Gruppe) beizutreten. Dort tauschen wir uns aus und unterstützen uns gegenseitig. Wir haben auch die Möglichkeit für Videokonferenzen.
Bedingung: Du lebst vegan und bist Fachkraft für Bildung, Erziehung oder Pädagogik (auch wenn du dich noch im Studium bzw. in der Ausbildung befindest, bist du willkommen!) und arbeitest in einer Bildungs- oder Erziehungseinrichtung.
Dann schreibe mir gern über das Kontaktformular oder über eines der sozialen Medien.
Ich habe mich heute erstmalig getraut dem Lehrerrat mitzuteilen, dass bei Kollegiumsabenden immer Steakrestaurants und co. ausgewählt werden und Veganer mehr berücksichtigt werden sollten. Dazu hat mich unter anderem die Gruppe hier motiviert, danke euch 😊 VT
Ich bin im veganen Lehrerzimmer aktiv, weil ich davon überzeugt bin, dass Bildung auch Verantwortung bedeutet – für Tiere, Umwelt und unsere gemeinsame Zukunft. Der Austausch dort ist für mich unglaublich bereichernd: fachlich fundiert, praxisnah und getragen von Menschen, die ähnliche Werte leben und in den Schulalltag integrieren.
Auch in rechtlichen Fragen erhalte ich dort hervorragende und kompetente Unterstützung, die mir im schulischen Alltag zusätzliche Sicherheit gibt.
Gerade durch meine Arbeit bei „Schüler für Tiere“ erlebe ich täglich, wie wichtig Aufklärung, Empathie und konkretes Handeln sind. Das vegane Lehrerzimmer gibt mir dafür neue Impulse, stärkt mich im Tun – und zeigt, dass wir gemeinsam deutlich mehr bewegen können.